Kaffee - Öko und Fair - was steckt dahinter?

Kaffee ist für einige ein morgendlicher Fit- und Wachmacher, für andere ist er mit seinem unverwechselbaren Aroma ein reines Genussmittel.
Man trifft sich "zum Kaffeetrinken" und ganz gleich, ob es der schicke aufgeschäumte Latte Macchiato, der Espresso oder die klassische Kanne Kaffee zwischen den Kuchentellern ist: Das schwarze Getränk verbindet und schafft einen angenehmen Rahmen für Gespräche. Rund 150 Liter trinkt der Deutsche durchschnittlich im Jahr. Nach Erdöl ist er das zweitwichtigste Handelsgut, was sich auch in der Entwicklung des Weltrohkaffeeverbrauchs bemerkbar macht. Während Mitte des 20. Jahrhunderts der Verbrauch bei 36 Millionen Sack lag, waren es 50 Jahre später schon 104 Millionen Sack.
Kaffee wird aufgrund der klimatischen Anforderungen in den regenreichen Höhenlagen der Tropen und Subtropen angebaut, wie in Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien, Indien, Mexiko und Guatemala. Es gibt rund 60 verschiedene Kaffeesorten, doch die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Arabica und Robusta. Kaffee Arabica ist qualitativ die Spitzensorte, denn durch ein langsames Wachsen und längere Reifezeit entfalten sich die Inhaltsstoffe langsamer, was zu einem ausgeprägteren Aroma führt. Zudem enthält er weniger Koffein und feinere Säuren als der Robusta womit er im Geschmack auch milder ist. Durch die lange Reifezeit ist der Ertrag jedoch geringer und der Preis natürlich höher, als der Kaffee Robusta. Er ist im Vergleich zum Arabica nicht so "empfindlich", gedeiht auch in tiefer liegenden Regionen bei wärmeren Temperaturen. Durch den deutlich höheren Koffeinanteil und den starken Säuregehalt ist er geschmacklich bitterer und raurer. 

Fairtrade-Kaffee 

Nach starken Schwankungen steigt der Kaffeepreis seit 2002, wobei die Bauernfamilien immer weniger dabei verdienen. Aufgrund von Spekulationen und zunehmenden Billig-Produzenten, die große mechanisierte agroindustrielle Kaffeeplantagen besitzen, werden so die kleineren Bauern vom Markt verdrängt.
Für fair gehandelten Kaffee, der mit dem Fairtrade-Siegel deklariert wird, gelten feste Standards, die in 26 Ländern für 330 Kaffeekooperativen und somit für 444.000 Kleinbauernfamilien gelten. Neben festen Mindestpreisen und langfristigen Handelsbeziehungen zu gleich bleibend fairen Konditionen ist vor allem kein Zwischenhändler vorgesehen. Zu den weiteren Standards zählt zum Beispiel das Verbot von Zwangs- und ausbeuterischer Kinderarbeit sowie die Einhaltung internationaler Arbeitsschutzabkommen - beispielsweise dass der Kaffeebauer im Besitz einer Sozialversicherung ist. Fairtrade setzt sich außerdem für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein. Zudem wird ein umweltverträglicher Anbau ohne Pestizide gefördert.
Bekannte Hersteller von fair gehandeltem Kaffee sind unter anderem GEPA und Coffee Circle, wobei der Kaffee von Coffee Circle nicht das Fairtrade Siegel trägt, sondern das Direct Fair Trade Label.
Auf unserem Marktplatz findest du auf einem Blick Fairtrade Kaffee hier.

Bio-Kaffee

Oftmals wird Fairtrade-Kaffee dem Bio-Kaffee gleichgesetzt. Doch wie schon beschrieben, setzt sich Fairtrade für einen umweltverträglichen Anbau ein, das bedeutet jedoch nicht, dass der Kaffee automatisch Bio ist. Beim Anbau von Bio-Kaffee ist der Einsatz von Pestiziden verboten. Zudem soll der Kaffeeanbau keinen zerstörerischen Eingriff in die Natur darstellen. Das heißt es werden Maßnahmen zur Verhinderung von Bodenerosionen getroffen. Wird der Kaffee im Schatten umstehender, großer Bäume angebaut, kann ein Teil des natürlichen Lebensraumes erhalten bleiben, was mit einer höheren Artenvielfalt einhergeht. Da die Reifezeit durch diese Art des Anbaus länger ist, sind viele Bauern dazu übergegangen, die umstehenden Bäume zu roden, sodass der Kaffee in größeren Monokulturen angebaut werden kann, was wiederum zu einer höheren Schädlingsanzahl und somit zum Pestizideinsatz führt. Beim Bio-Anbau wird das verhindert und der Boden durch Artenvielfalt fruchtbar gehalten.

Für biologisch angebauten Fairtrade-Kaffee erhalten die Bauern, die der Fairtradekooperation angehören, einen höheren Mindestpreis, da die Mehrkosten der Bioproduktion berücksichtigt werden und um einen Anreiz für die Umstellung auf Bio zu schaffen.

Bio-Kaffee wird unter anderem von GEPA, Coffee Circle und dennree angeboten. Guten Genuss!