Fair Wear Foundation - ein Sozialstandard

Schon im letzten Blogpost über das Siegel "BlueSign" haben wir angemerkt, dass wir Euch ab sofort die wichtigsten Siegel im Bereich Textil vorstellen. Während das BlueSign-Siegel für schadstoffarme Bekleidung steht und Mindestanforderungen an die Textilveredelung stellt, achtet die Fair Wear Foundation auf faire und und menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei der Textilproduktion.


Die gemeinnützige Organisation wurde 1999 gegründet und arbeitet mit Unternehmen und Herstellern zusammen. Die 80 Mitgliedsunternehmen haben mehr als 120 Marken, darunter Hessnatur, HempAge oder Nudie Jeans. Die Fair Wear Foundation ist in 15 Produktionsländern in Asien, Europa und Afrika aktiv und überprüft die gesamte Lieferkette der Textilien ab dem Moment der Herstellung. Das betrifft die Zulieferer und Subunternehmer, die zuständig sind für Nähen, Stricken und andere Arbeitsschritte der Produktion von Bekleidung.
Der Code of Labour Practices der Fair Wear Foundation (FWF) besteht aus acht Arbeitsnormen, die auf den ILO-Übereinkommen (internationale Arbeitsorganisation) basieren. Neben der Einhaltung der örtlichen Gesetze und Vorschriften sind Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder unmenschliche Handlungen wie Sklaverei strengstens verboten. Die Arbeitslöhne müssen mindestens dem gesetzlichen oder branchenüblichen Lohn entsprechen und mit dem Lohn müssen die Grundbedürfnisse des Angestellten und seiner Familie gedeckt werden können. Zudem gilt das Prinzip der Chancengleichheit und des Diskriminierungsverbots im Beschäftigungsverhältnis. Die FWF gewährt den Arbeitern Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen. Er garantiert außerdem das Recht, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten. Außerdem wird in dem Kodex eine sichere und hygienische Arbeitsumwelt mit Arbeits- und Gesundheitsschutz gefordert. Die Norm der Arbeitszeiten ist unserer Meinung nach etwas vage beschrieben. Denn es heißt, die ArbeiterInnen hätten Anspruch auf einen freien Tag die Woche und Überstunden seien freiwillig. Nach einer strengen Reglung klingt das leider nicht. 
Alle Mitgliedsunternehmen der Initiative werden jährlich auf die Einhaltung der gesetzten Standards durch ein internes Gremium überprüft. Die Mitglieder verpflichten sich außerdem einmal jährlich Berichte und Informationen über alle, an der Herstellung beteiligten Zulieferbetriebe, an die Foundation zu senden. Alle drei Jahre führt die FWF eine externe und unabhängige Kontrolle zur Umsetzung der Arbeitsbedingungen durch.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert zudem gesetzliche Kontrollen. Die Kommission der EU in Brüssel arbeitete eine Strategie aus, nach der eine Rechtsvorschrift zur Transparenz der sozialen und ökologischen Information eingeführt werden soll - sprich die Offenlegung der Produktionsprozesse und der Lieferkette. Doch die Bundesregierung lehnt diese EU-Initiative ab:



Die Kontrollen der Unternehmen führen zu keiner Änderung der Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften haben keine große Macht und seitens der Regierung werden Vorschläge zu Änderungen abgelehnt. Eine unabhängige Initiative wie die Fair Wear Foundation ist daher ein guter Schritt.

Ein Marktplatz, viele Shops, verschiedene Preise

Du findest die Guten auf WeGreen! Und zwar manchmal auch zu einem unterschiedlichen Preis. Das folgende umweltfreundlich und fair produzierte Piqué Polo-Shirt aus 100% Bio-Baumwolle von Living Crafts gibt es bei unserem Partnershop Avocadostore für 14,90 – beim Lidl-Onlineshop soll es 18,99 kosten!
 Männer-Polo aus Biobaumwolle in Twilight Purple
Mit fein verarbeiteten Details: Kragen sowie Armabschlüsse aus Flachstrick und Knopfleiste für ausreichend Bewegungsfreiraum. Regular Fit.

Warum sollte man einen Preisaufschlag hinnehmen, der weder in der Umweltfreundlichkeit noch in der Fairness begründet ist? Es lohnt sich also beim Finden der Guten genauer hinzuschauen und Preise zu vergleichen. Und natürlich bauen unsere Programmierer fleißig an Funktionen, die solche Preisunterschiede für Dich bald sofort ersichtlich machen.

Sag uns Bescheid, wenn Dir noch so ein erfreulicher Skandal unterkommt.

Wefriday die Zweite!

Vergangenen Freitag freute sich das Team von WeGreen auf einen erneuten wefriday. Los ging es mit einem interessanten Video von TED Talks aus dem Jahr 2007, in dem John Doerr eine emotionale Rede hält, welche Maurice damals beeindruckte. John Doerr ist ein herausragender Venture-Capitalist aus dem Silicon Valley. Als Partner von Kleiner Perkins Caufield & Byers ist er bei großen Unternehmen wie google und amazon für die Finanzierung verantwortlich. Im Jahr 2007 zu Zeiten, in denen sich hauptsächlich „Öko-Anhänger“ für das Thema Nachhaltigkeit interessierten, kam dieser Manager daher und redete etwas von „seeking salvation“.

„Ich glaube nicht, dass wir es schaffen werden“, sagt John Doerr in seiner Rede über den Klimawandel und Investitionen in umweltfreundlichen Technologien. Er beschreibt drastisch, wie viel bereits getan wird, um beispielsweise den CO2-Ausstoß zu minimieren, doch ist es ein Bruchteil von dem, was getan werden müsste. Es ist nicht genug, betont er immer wieder:



Die Reaktionen vom WeGreen-Team waren unterschiedlich. Doch in einem waren sich alle einig: Es ist interessant, dieses Video von 2007 aus dem heutigen Blickwinkel zu sehen. Florian fand es positiv und berührend, dass John Doerr, ein offenkundiger Kapitalist ein so menschliches und emotionales Statement zum Thema Umweltschutz macht. Kritisch fand er jedoch die Panikmache bezüglich des Klimawandels, die damals so "en vogue" war. Wir alle sollten uns lieber überlegen was passiert und uns darauf einstellen und gegensteuern. Doch möglicherweise denkt der Mensch erst in diese Richtung, sobald er eigene Kinder hat. Wie bei John Doerr. Erst sobald man eigene Kindern hat, geht man mit dem Wort Zukunft ganz anders um.

Und was haltet Ihr davon?

Lidl schmeißt Coca Cola raus. Geht es nur billiger oder auch grüner?

Lidl hat alle Produkte der Coca Cola Erfrischungsgetränke AG aus den Regalen verbannt, weil man sich bei den Preisverhandlungen nicht einigen konnte. Lidl-Kunden sollen stattdessen die günstigere Pepsi oder aber die hauseigenen Freeway-Cola oder kaufen. Und vielleicht blühen uns ja bald auch verstärkt Freeway-Cola-Werbespots, wie es sie in Finnland zu sehen gibt, in denen die von Coca Cola aufgebaute Erlebniswelt geistreich verspottet wird.


Coca Cola: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Farbstoff E 150d, Säuerungsmittel Phosphorsäure, natürliches Aroma, Aroma Koffein. Ja, wir wissen alle, dass eine Mischung aus Wasser, Zucker, und Farbstoff weder ein isotonischer Durstlöscher noch sonst irgendwie gesund ist. Aber manchmal soll es einfach kühl, prickelnd und zuckersüß sein.

Rewe verkaufte die 2-Liter-Flasche Coca-Cola in diesem Jahr schon für 1 Euro. Und bei Aldi kostet 1 Liter Cola momentan 71 Cent. Eine korrekte Bio-Cola kostet aber rund fünfmal so viel - ist aber auch fair & umweltfreundlich produziert und hilft einem fünfmal weniger von der süßen Limonade zu trinken.

Die Zutaten einer Bio-Cola, unterscheiden sich von der Standard-Cola meist durch die Zugabe von koffeinhaltigem Guarana und ihre Herkunft der Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau. Ansonsten versprechen aber Bio-Colas vor allem Wachheit und Trinkspaß.


Den Hype um sein Originalrezept schreibt Coca Cola gerne immer weiter fort, obwohl es sicher nicht unverändert ist und es bereits etliche Rezepturen der Konkurrenz gibt. Zugegebenermaßen aufwändig ist es aber Cola selber zu mischen. Denn ihren Geschmack erhält die Cola klassischerweise durch einen ausgefeilten Aromamix aus Kolanuss, Vanille, Zimtöl, Nelkenöl und Zitrone. Aber wer weiß das schon genau…?

Die Rezepte von Bio-Colas lesen sich jedenfalls so:
Black Cola von Neumarkter Lammsbräu: natürliches Mineralwasser, Zucker*, Zuckercouleur*, Kohlensäure, Guarana-Extrakt*, Cola-Aroma*, Zitronensäure*. (* aus kontrolliert biologischem Anbau)
Bio Zisch Guarana Cola von Voelkel: natürliches Mineralwasser, Traubensüsse*, Apfelsaft*, Zitronensaft*, Caramel*, natürliches Cola-Aroma*, Guarana-Extrakt*, 0,1% natürliche Quellkohlensäure. (* aus kontrolliert biologischem Anbau)

Das BlueSign Textilsiegel – Idealismus trifft Industrie

Jeder Deutsche kauft im Schnitt 70 Kleidungsstücke pro Jahr. Das sind 5,8 Kleidungsstücke pro Monat. Da diese meist unter dem Einsatz von chemischen Hilfsstoffen und im Rahmen einer globalen Wertschöpfungskette produziert werden, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Textil-Siegeln, die entweder Aspekte des Umweltschutzes, soziale Rahmenbedingungen oder aber beides unter die Lupe nehmen. 


Natürlich fragt man sich da: Welche Siegel garantieren mir eine bessere Qualität? Und gibt es Blender unter ihnen? 

Eine ganze Reihe von Broschüren informiert deswegen ausführlich über die verschiedenen Siegel, wie zum Beispiel der Greenpeace-Ratgeber „Textil-Label unter der Detox-Lupe". Einen guten Überblick bietet außerdem der Utopia-Artikel "Die wichtigsten Siegel für Kleidung ohne Gift". Und natürlich findest Du auch bei uns eine Profilseite zu jedem Siegel, denn diese fließen immer entsprechend ihres Gewichts in die WeGreen Nachhaltigkeitsampel ein. Generell lässt sich sagen, dass ein Siegel immerhin eine Information darstellt und somit besser ist, als ein unbeschriebenes Blatt in der globalen Wirtschaft. Auch wenn keines der Siegel perfekt ist, lohnt es sich, die wichtigsten 10-15 Siegel kennenzulernen und beim Kleiderkauf auf sie zu achten. Aus diesem Grund wollen wir uns heute mit BlueSign-Siegel vertraut machen.

Idealismus trifft Industrie

Das BlueSign-Siegel wurde von dem Schweizer Unternehmen bluesign technologies AG mit dem Ziel schadstoffarme, umweltfreundlichere Produktionsabläufe zu erreichen entwickelt. Es stellt Mindestanforderungen auf, damit die bei der Textilveredlung – wie Färben, Bedrucken und Beschichten – eingesetzten Fasern, Chemikalien, Hilfsmittel und Farbstoffe möglichst umweltfreundlich und unschädlich sind. Es umfasst eine Liste verbotener Chemikalien und schreibt für die verschiedene Chemikalieneinsätze den jeweils aktuell besten Prozess vor. Um auch Faktoren wie Abwasser, Abluft und um Arbeitsplatzsicherheit zu kontrollieren, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Herstellern notwendig. Unterm Strich garantiert das Siegel also nicht absolut schadstofffreie Endprodukte, sondern macht unter den bereits etablierten Prozessen den umweltfreundlichsten zum Maßstab. Finden tut man das Bluesign Siegel vor allem bei Outdoor-Produkten, aber auch bei Baby- und Kinderkleidung von Jako-O, oder Selbstgeschneidertem bei DaWanda.

Greenpeace nicht zufrieden

Trotz aller heren Ziele wurde das BlueSign-Siegel von Greenpeace im Rahmen der Detox-Kampagne für die Akzeptanz von Fluorverbindungen zur Beschichtung von HighTech-Fasern kritisiert. Diese Beschichtung macht Stoffe aus Kunstfaser wasserdicht und schmutzabweisend. Man kennt den Effekt dieser Stoffgruppe bereits von der Teflonpfanne. Jedoch merkte Greenpeace zurecht an, dass die sogenannten PFCs höchstumweltschädliche Stoffe sind, die sich unkontrolliert über den Globus verbreiten und bereits in Muttermilch und im Polareis zu finden sind. Ab einer bestimmten Konzentration sind sie auch gesundheitsschädlich, diese wird jedoch alleine durch das Tragen beschichteter Bekleidung nicht erreicht. Greenpeace sagt "Outdoor-Marken wie Jack Wolfskin, The North Face und Mammut werben für ihre Produkte mit Bildern von unberührter Natur. Doch von der Chemie in wetterfesten Textilien bleibt die Natur nicht unbelastet" - ein Treffer in einen wunden Punkt. Denn für das beliebte Beschichtungs-Verfahren gibt es noch keine Alternative, welche ebenso hervorragende Resultate erzielt. Deswegen schreibt das BlueSign-Siegel der Industrie vor allem strengste Richtlinien für den Prozess des Beschichtens vor, bei dem die größten Risiken für Mensch und Umwelt bestehen. Greenpeace fordert mit der Detox-Kampagne die völlige Verbannung von 11 Chemiegruppen aus der Textilproduktion. 10 von diesen werden auch von BlueSign adressiert. Ein Gast mit dem Namen 'Nevar' verteidigt das BlueSign-Siegel auf dem Greenpeace-Blog deshalb so: "Wer sich damit etwas näher auseinandersetzt, kann leicht erkennen, mit wie viel Idealismus und Durchhaltevermögen die Menschen bei Bluesign ihre Gründerjahre hinter sich gebracht haben.


Veränderung der Ziele in Höhe und Breite

Die Geschäftsführerin der Outdoormarke Vaude reagierte auf die Detox-Kampagne mit dem Versprechen bis 2014 auf PFC-Ausrüstungen verzichten zu wollen. Es sei zwar eine Herausforderung, aber sie begrüßte den Fingerzeig von Greenpeace. Auch viele einige der Textilriesen von Mango über H&M bis Adidas wurden durch die Detox-Kampagne dazu bewegt, sich bis zum Jahr 2020 zur Produktion ohne Risiko-Chemikalien zu verpflichten. "Das zeigt, dass die Aktivierung von Verbrauchern im Internet heutzutage eine komplette Branche innerhalb kürzester Zeit umkrempeln kann"  jubelt UtopiaDas BlueSign-Siegel selbst, sowie die Hersteller Vaude, Adidas, The North Face und Patagonia sehen im Umstieg von C8-Fluorchemie auf die vermeintlich harmlosere C6-Fluorchemie eine Verbesserung und Brückenlösung. Greenpeace beurteilt diese Stoffe jedoch als noch gefährlicher und macht weiter Druck. Erste PFC-freie Produktreihen, die wasserabweisend, aber wohl nicht derart schmutzabweisend sind, soll es bereits von Firmen wie Kaikkialla, Jack Wolfskin und Puma geben. Wir sagen Euch Bescheid, sobald wir die entsprechenden Modelle identifiziert haben.

NGOs, Verbraucher, Siegel-Vergeber und Industrie stehen also in einem ständigen und glücklicherweise oft fruchtbaren Wechselspiel. BlueSign beispielsweise möchte die Industrie in der Breite verändern und gibt ihr deswegen Ziele im Rahmen des Bestehenden vor, Greenpeace hingegen setzt Maximalziele und schafft den nötigen öffentlichen Druck für weitere Verbesserungen. Es ist also eigentlich nur eine Frage der Zeit und des Engagements des Einzelnen, wie lange BlueSign die PFC-Ausrüstung von Textilien noch erlaubt.

Der wefriday knipst die rechte Gehirnhälfte an

Ab sofort freut sich das WeGreen-Team jeden Freitagnachmittag auf "room for creativity" und lässt die Arbeit mal links liegen.

Nicht ganz – vielmehr stellen wir uns am wefriday gegenseitig Erwähnenswertes aus angrenzenden Themenbereichen vor, und lassen uns von den Vorträgen inspirieren. Die Themen reichen dabei von gesunder Ernährung über Innovationen bis hin zu Buchtipps. Die linke Gehirnhälfte hat in dieser Zeit einfach mal Pause! Nach einer ereignisreichen Woche schafft der Wefriday eine Atmosphäre des Gedanken- und Ideenaustausches.


Diesmal war der Vortrag "Neuer Geist für Entrepreneure" von Bernd Kolb Aufhänger unseres wefriday. Bernd Kolb ist Schirmherr und Mitglied unsere Beirats und Gründer des Club of Marrakesh – eines globalen, interdisziplinären Netzwerks zu globalen Herausforderungen. Aber warum sollte man seinen Kollegen eigentlich nicht mal "nur" einen Buchtipp, wie etwa diesen hier geben? "Stiehl wie ein Künstler!" In diesem Buch findet man 10 bodenständige Tipps zum Kreativsein, die einen aus der Starre holen und das Kreativsein angehen lassen. 



Der Autor macht klar, dass es Nichts wirklich Neues unter der Sonne gibt, und somit jeder zwangsläufig nur bereits Dagewesenes neu kombiniert. Und auch Steve Jobs hat Kreativität mal so beschrieben: "Creativity is just connecting things. When you ask creative people how they did something, they feel a little guilty because they didn't really do it, they just saw something. It seemed obvious to them after a while. That's because they were able to connect experiences they've had and synthesize new things." Und Google stellt bis heute folgende interessante Gleichung zu Kreativität auf: Google-Angestellte können 20 Prozent ihrer Arbeitszeit frei verwenden, um an Ideen und Projekten zu arbeiten, die sie interessieren. 50 Prozent von Googles Produkten, entstehen aus eben diesen 20 Prozent Arbeitszeit – beispielsweise Gmail, Google Transit, Google Talk und Google News. Beachtlich!

Natürlich sind auch alle unsere Partner, Partnershops und Quellengeber herzlich zum kreativen Gedankenaustausch am wefriday eingeladen. Genauso rufen wir alle unsere Nachbar-Teams aus der Gründerwerkstatt der Beuth Hochschule für Technik Berlin unter dem Motto webeuth auf, den wefriday als Anlass für noch mehr gegenseitige Hilfe und Inspiration zu nutzen.

Für all diejenigen, die wegreen unterstützen wollen: Derzeit sammeln wir Ideen, um bald das Thema wehelp umzusetzen, sodass wir gemeinsam die Nachhaltigkeitsampel in die Lande tragen können. Du hast eine frische Idee, kennst eine Problemlösung oder hast einen kreativen Vorschlag? Schreib uns an wehelp@wegreen.de und wir geben der Sache gemeinsam Raum am wefriday um 4pm.


Yeeha - die Listenansicht ist da! Und noch mehr Features für Dich…

Ab sofort kannst Du Dein Suchergebnis auch in Listenansicht betrachten. Das ist fantastisch, weil man schon beim Durchscrollen die Beschreibung des Artikels lesen kann. Und diese Option ist auch wirklich eine Entspannung fürs Auge.

An Tagen also, wo man einfach in Ruhe die einzelnen Angebote anschauen möchte, ist diese Ansicht perfekt. Du wechselst zwischen Listen- und Rasteransicht ganz einfach anhand von zwei Symbolen (s. Pfeil u.). Viel Spaß!
schon ausprobiert?
Und falls Du es noch nicht bemerkt hast: Mit dem neuen Bewertungs-Filter kannst Du z.B. ausschließlich grüne Produkte auswählen. Genauso kann man sich grüne plus gelbe anschauen, oder sehen, wer mit Rot abschneidet.
probiers aus!
PS: Außerdem zeigen wir Dir unterhalb der Suchergebnisse ab sofort ähnliche Produkte an. Vielleicht wirst so schneller fündig.
 schon ausprobiert?
Probiers einfach aus – auf wegreen.de. Deine Hinweise erwarten wir jederzeit gespannt.

Chai und sonst alles Latte?

Wo bekomme ich das indische Nationalgetränk in gebührender Qualität? Ich will einmal nach Indien und wieder zurück!


Deswegen haben wir Chai-Tee für Dich verglichen. Nescafé Chai Latte im Kapselformat trat gegen Lebensbaum Schwarzer Chai an. Das kam dabei heraus:
Sags auf Facebook weiter…
Nescafe ist Mitglied der Rainforest Alliance sowie Mitbegründer der Initiative 4C, und zeigt somit eine gewisse Bereitschaft nachhaltig zu produzieren. Allerdings verrät der Mutterkonzern Nestlé bisher nicht, wieviel Prozent der Kaffees und Tees von Nescafe insgesamt aus nach Umwelt- oder Sozialstandards zertifizierten Quellen stammt. Ganz anders Lebensbaum – hier stammt der Chai garantiert aus biologischem Anbau und fairen Partnerschaften und ist ohne jegliche Aromazusätze. Bravo!

Glücklicherweise findest Du mit paar Klicks jederzeit die grünsten und fairsten aller Chai-Tees. Dein Marktplatz für umweltbewusstes und grünes Shoppen ist zwar noch nicht ganz perfekt, aber Dank Deiner Treue kannst Du Stück für Stück immer besser informiert einkaufen. Namaste!


Oh Auto, Du elektrisierst mich!

Spätestens seitdem das Angebot da ist, stellt man sich beim Autokauf die Frage: Will ich mit Benzin-, Diesel, Erdgas-, Hybridmotor oder ausschließlich Strom fahren? Was kann ich mir leisten und was ist besser? Was ist am umweltfreundlichsten? 
Die Antworten sind stark vom Einzelfall abhängig. In der Verbreitung der alternativen Antriebe liegt Hybrid derzeit immer noch klar vor Gas und Elektro. Die Zahlen verraten aber auch, dass das Elektroauto trotz seines Nische-in-der-Nische-Daseins immer beliebter wird – ganz ohne Auspuffemissionen und flüsterleise. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Zulassungszahlen um rund 145 Prozent zulegen. Interessant ist deshalb zu sehen, welche Nachhaltigkeitsampeln ihre Hersteller einfahren, denn das verrät viel über ihre Gesamt-Unternehmensstrategie. Es spiegelt wieder, was umweltfreundlich, fair und transparent ihnen bis jetzt wirklich bedeutet. 

Auch wenn Tesla derzeit ein Netz aus Gratis-Schnellladestationen baut, gehen die ersten 3 Plätze der deutschen Zulassungstatistik für Elektroautos an andere:



Vorneweg Smart, BMW und Renault dann Tesla (noch unbewertet), Nissan, Opel, Ford und nochmal Renault. Der VW e-Up rollt erst langsam in die Läden und ist in der Statistik nur als Dunkelziffer erfasst, während Audi sich noch Zeit bis voraussichtlich Herbst 2014 lässt. Smart liegt also nicht nur auf Platz eins der neuzugelassenen Elektroautos, sondern weist auch als einzige der beliebtesten Marken eine grüne Bewertung auf. Allerdings bleibt abzuwarten, wie Tesla als Pionier von Elektroautos für die breite Masse mit seiner langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie abschneidet - wahrscheinlich grüner als Smart.

Sicher ist, dass langfristig alle endlichen Treibstoffe wie Benzin, Diesel und Erdgas Konzepten aus regenerativen Energien unterlegen sind. Elektroautos aber lösen aufgrund beschränkter Akkukapazität, Ladezeit und unausgereifter Infrastruktur Reichweitenängste bei manchem aus. Und die Akkutechnologie verspricht sich in näherer Zukunft nicht viel zu verbessern. Deshalb wird derzeit auch fleißig an strombasierten Flüssigtreibstoffen geforscht. Ihre Stärke: das Fahrzeug ist innerhalb weniger Minuten aufgetankt, die sogenannten Fischer-Tropsch-Kraftstoffe unter ihnen können von 90 Prozent der bestehenden Verbrennungsmotoren verwertet werden und sie verbrennen sauberer als Diesel oder Benzin. Ihr Nachteil – sie sind energieintensiv in der Erzeugung.


Würden bis 2050 alle Autos elektrisch oder mit strombasiertem Sprit versorgt, bräuchte der Verkehrssektor aber mehr Strom als ganz Deutschland heute, so eine Studie des Öko-Institus in Freiburg. Die Stromerzeugung müsste sich logischerweise mehr als verdoppeln und aus regenerativen Quellen stammen, um umweltfreundlich zu sein. Noch aber macht der Anteil regenerativer Energien in Deutschland erst 25 Prozent aus. Von Volkswagen hört man derweil "Volkswagen denkt das e-Auto ganzheitlich. Wir wissen, dass jedes e-Fahrzeug nur so klimafreundlich ist wie der Strom, der es antreibt." Zur Markteinführung des e-up! bekommt man deshalb den Wechsel fürs eigene Heim zum Blue-Power-Tarif beim Öko-Strom-Partner Lichtblick angeboten, und das Auto in einem zugegebenermaßen lustigen Spot vertont. Der Strom hierfür stammt ausschließlich aus Wasserkraftwerken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Während man Zuhause sein Auto also per Ökostrom von Lichtblick oder anderen Anbietern über Nacht aufladen kann, braucht es für eine Schnellladung an der öffentlichen Schnellladestation eine enorm hohe Spannung, die meist von den großen Energieversorgern ins Netz gespeist wird. Die Umweltbilanz dieser Antriebe aber hängt also ganz von der Bereitstellung der eingesetzten Energie und der Entwicklung des Energiesektors ab. 

Die aktuelle Klimabilanz von Elektroautos legt uns das Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg in seiner Studie UMBReLA dar - von der Produktion bis hin zur getankten Energie. Das Ergebnis: Dieselbetriebene Autos sind derzeit oft klimaschonender als ElektroautosDas Elektroauto ist laut Studie nur im Stop’n'Go-Verkehr in der Stadt oder bei gewerblichem Vielfahren am umweltfreundlichsten. Denn obwohl weder Co2 noch Feinstaub im Elektro-Betrieb ausgestoßen werden, entstehen diese Emissionen derzeit noch bei der Erzeugung des getankten Stroms. Ein weiterer Wermutstropfen sind die vielen seltenen Metalle und Erden für den Akku, dessen energieintensive Herstellung sowie die aufwändige Entsorgung. Für Hersteller und Politik ist klar, dass der umweltbewusste Verbraucher fordern wird, dass es entsprechende Verbesserungen rund um die Akkus gibt, und Strom aus Erneuerbaren an den Ladestationen zur Verfügung steht.