Rekordstrafe für europäische Großbanken - Welcher Bank kann man noch vertrauen?

Die EU-Kommission verhängte am Mittwoch wegen Manipulation von Zinsreferenzsätzen eine Rekordgeldstrafe von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs europäische Großbanken. Die Deutsche Bank erhielt mit rund 43% den Großteil der Strafe. Schäuble sprach sich nur Stunden später gegen eine Regulierungspause der Banken aus. „Die Kreativität der Banken, die Regulierung zu umgehen, ist weiterhin groß“. Er wisse, dass die Banken meinten, es reiche mit der Regulierung. Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen konnte diese Aussage allerdings nicht verstehen. „Es kann nicht sein, dass man sich hinstellt und sagt, die Banken umgehen immer noch die Regeln.“
Vielleicht führt eine Gegenüberstellung von GLS Bank und Deutscher Bank zu einem klareren Gespür für die tatsächlichen Glaubenswerte der Banken.


Im Jahr 2012 machte Ackermann einer Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen Platz. Für den Neuanfang gab Fitschen bekannt, sei man auf der Suche nach einem Ersatz für den alten Slogan "Leistung aus Leidenschaft". Sofort machten Verbraucher auf Twitter und Co. viele Vorschläge, wie u.a. "Leistung, die Leiden schafft" oder "Doppelspitze hält länger". Letztlich erwies sich die Neuausrichtung der Unternehmenskommunikation aber bald aufgrund immer neuer Klagen aus aller Welt wegen besagter Zinsmanipulationen, mutmaßlicher Bilanztricksereien, Hypothekenklagen und vermuteter Justiztäuschung als unmöglich.

Fazit: Eine rote Nachhaltigkeitsampel für die Deutsche Bank. Um genau zu sein, werden im Milieu der konventionellen Banken laufend Regelverstöße bekannt. Zusätzlich zu den Korruptions-Skandalen kann der Verbraucher sich sicher sein, dass sein Geld grundsätzlich für den gerade profitabelsten Zweck – wie etwa die Rüstungsindustrie, Rohstoffspekulation oder Finanzderivate auf Nahrungsmittel etc. – einsetzt wird. Nicht so bei den alternativen Banken.



Eine grüne Nachhaltigkeitsampel hat beispielsweise die GLS Bank. Sie wirbt mit dem Slogan "Die Verantwortung fürs Geld kann man am Bankschalter abgeben. Muss man aber nicht." Sie wurde 1974 gegründet und nahm sich vor, nach sozial-ökologischen Grundsätzen zu arbeiten. Da Banken bekanntermaßen mit dem Geld, welches der Verbraucher auf sein Konto legt arbeiten, fragt die GLS-Bank ihre Kunden gleich, in welchem ökologischen oder sozialen Bereich das eigene Geld eingesetzt werden darf. Mittlerweile gibt es weitere Banken mit derartigen Grundsätzen. Die Triodos Bank und die Umweltbank schneiden beispielsweise gut in Sachen Nachhaltigkeit ab.