Chinas Bevölkerung hat die Faxen dicke – Proteste für Klima- und Umweltschutz im „Reich der Mitte“

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Apokalyse, Abode of Chaos

In letzter Zeit fallen Zukunftsprognosen über Klimawandel und Umweltschutz meist düster aus, wenn sie nicht gleich Weltuntergangsszenarien herauf beschwören. 

Auch an mir geht die Schwarzmalerei nicht spurlos vorbei. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Weltklima kurz vor dem Kollaps steht, sollte sich nichts Grundlegendes verändern.

Und wer trägt die Verantwortung? Natürlich - wie immer die Anderen. Allen voran die Regierungen der Nationalstaaten, die es versäumen, Lösungen für globale Herausforderungen durch postnationales Denken zu entwickeln. Das Motto der globalen Umweltpolitik könnte bis dato lauten: „immer wieder das Gleiche tun und andere Ergebnisse erwarten“; also ein Beispiel par excellence für Albert Einsteins Definition von Wahnsinn.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und ausgerechnet China, einer der Prototypen für (Umwelt-)Skandale schlechthin, hat in puncto Umweltschutz das Potential zum neuen Hoffnungsträger. Denn im autoritären China scheint sich das Undenkbare zu vollziehen: Die soziopolitische Emanzipation der lange zum Stillschweigen verdammten chinesischen Bevölkerung.

Tatsächlich haben Teile der chinesischen Bevölkerung begonnen, die mit einer ungebremsten Industrialisierung einhergehende Umweltbelastung öffentlich anzuprangern. Seit Anfang Juli werden die Proteste in der Provinz Sichuan immer heftiger. Zehntausende Bewohner der südwestchinesischen Stadt Shifang verlangen nach effektiven Maßnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit. Teilweise mit militanten Mitteln. Der Grund ihres Aufbegehrens ist der geplante Bau einer Fabrik für Schwermetalle in ihrer Nähe. Sie befürchten eine drastische Zunahme der Umweltbelastung, mit fatalen Folgen für sich und nachkommende Generationen. Ihre Ängste scheinen sich zu bestätigen. Bereits jetzt überstiegen die Kosten für die Folgen der Umweltverschmutzung die Gewinne der boomenden Wirtschaft. Und Krebs ist mittlerweile die häufigste Todesursache in urbanen Regionen.

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Industriegebiet in China

Aber wie reagiert die autoritäre Führung in Peking auf die wütenden Proteste? Auf eine für die Vergangenheit eher untypische Weise. Die chinesische Regierung musste sich dem Druck der Straße beugen und ihr Bauvorhaben aufgeben. Seit einem Jahr häufen sich die so genannten „grünen Revolten“ und jedes Mal knickt die Regierung vor dem Protest ihrer Bevölkerung ein. Sie weiß sie muss handeln und sie muss die Forderungen der Demonstranten mit einbeziehen, soll doch vermieden werden, dass die „grünen Revolten“ in einer Revolution münden.

Diese Entwicklungen sind relativ neu für China. Im „Land der Mitte“ befinden sich die Bereiche Wirtschaft und Ökologie in einem konfliktiven Spannungsverhältnis: der eine kann sich nur auf Kosten des anderen entwickeln. Doch die chinesische Bevölkerung hat nun offensichtlich genug vom Prinzip Profit Over People. Sie will die Bedrohung der Lebensqualität nicht mehr hinnehmen. Lange genug wurde sie auf dem Altar der Wirtschaft geopfert. Mit ihrem Protest leistet sie aktiv Widerstand gegen Pekings Wirtschaftspläne und letztendlich auch gegen den autoritären Führungsstil.

Entgegen aller Erwartungen besteht also doch noch Grund zur Hoffnung. Auch, da sich China zu einem der führenden Länder im Bereich der Regenerativen Energien mausert. Die Führung in Peking hat erkannt, dass eine Diversifikation der Energiegewinnung für ihren Machterhalt unabdingbar ist. Aber auch um die eigene Energiesicherheit mittel- und langfristig zu gewährleisten und um den Auswirkungen des globalen Klimawandels entgegen zu wirken. 

Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Entwicklungen in China, für das Land ziehen, das sich gerne als die „Avantgarde der Klimaschoner“ wähnt? OK, zugegebenermaßen sind wir in Deutschland von chinesischen Verhältnissen weit entfernt. Desweiteren ist die Energiewende bereits beschlossene Sache und in vollem Gange. Könnte man meinen. Oder etwa nicht? Der Geschäftsführer beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Roger Kohlmann, ist diesbezüglich wenig optimistisch. Er nannte das Vorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung ein Projekt, das noch komplizierter sei als die deutsche Wiedervereinigung. Und das Cicero-Magazin kommentierte: „blühende Landschaften sollte man deshalb in nächster Zeit besser nicht erwarten“.

Ganz ehrlich, für eine erfolgreiche Realisierung der Energiewende sind Kreativität und neues Denken erforderlich. Und gerade daran scheint es der gegenwärtigen Regierung kräftig zu mangeln. Anstelle eines Masterplans zur Energiewende, befinden sich CDU und FDP in heftigen Grabenkämpfen, was bereits an der (Nicht-)Förderung der deutschen Solarbranche abzulesen ist.

Aber wie ist es um die deutsche Bevölkerung bestellt. Füllen die Massen bereits die Straßen und zwingen Angela Merkel auf ihre Worte Taten folgen zu lassen? Klar, es gibt vereinzelte Protestaktionen. Zu erwähnen sind natürlich die Antiatomkraftbewegung, der die Menschheit viel zu verdanken hat, und vielleicht Compact, deren Mitglieder sich ab und an über das Prinzip des „Sofaaktivismus“ hinaus auf die Straße wagen. Für Massenproteste scheint die deutsche Bevölkerung schwierig zu mobilisieren und insgesamt zu phlegmatisch. 

Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung nachhaltig zu konsumieren umso wichtiger. Denn das kann jeder. Und es geht vom Sofa aus. Es ist nicht nur bequem, sondern zum Glück auch ungefährlicher, als zu protestieren. Außerdem kann dieses Prinzip auf jeden x-beliebigen Wirtschaftssektor angewandt werden, auch auf den Energiesektor. Schlussendlich lässt sich die Natur des kapitalistischen Wirtschaftssystems nur durch die Kraft des moralisch handelnden Konsumenten bändigen. Und wenn sich die eigene Regierung in Untätigkeit übt, muss sich auch hierzulande die Bevölkerung als Avantgarde verstehen. Aber eben auf ihre Weise. Ganz wie in China.

Glaubwürdige Corporate Social Responsibility (CSR) Kommunikation


Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass die Herstellung eines grünen Images für Ihre Produkte und Dienstleistungen den Marktwerkt des Unternehmens erheblich steigern kann. Das spiegelt sich nicht nur in den Verkaufszahlen der Firmen, sondern auch in der Wahrnehmung und Zufriedenheit der Konsumenten wider.

Ein grünes Image entsteht hierbei nicht nur durch die Umsetzung eines konkreten Nachhaltigkeitskonzeptes, sondern vor allem über dessen Kommunikation. Im besten Fall  handelt es sich hierbei um zwei Seiten  ein- und derselben Medaille.  Nachhaltigkeitsbemühungen nicht öffentlich zu machen ist nicht mehr zeitgemäß und wenig förderlich. Seinem Unternehmen einen grünen Anstrich zu verpassen und gleichzeitig die Umwelt zu belasten oder Arbeitnehmer in Entwicklungsländern zu Niedriglöhnen beschäftigen, bedeutet seine Kunden hinters Licht zu führen. Letzteres führte besonders in der ersten Zeit des grünen Image-Brandings zu bekannten Greenwashing-Skandalen.  Man denke nur an die Greenwashing-Kampagne von BP, ihre gelb-grüne Blume und ihre hilflosen und mageren Maßnahmen die Ölkatastrophe im Golf von Mexico zu bekämpfen.

Die Aufdeckung derartiger  Skandale durch Greenpeace, der Verleihung des goldenen Windbeutels oder der Greenwashing-Award der WWF-Jugend lässt viele Menschen zunehmend skeptisch gegenüber positiver CSR-Kommunikation. Die Nachhaltigkeitskommunikation hat Teile  ihrer Glaubwürdigkeit eingebüßt, obwohl eben genannte Instanzen eine Kontrollfunktion darstellen um zukünftiges, grünes Werben ohne Substanz zu verhindern.

Positive Nachhaltigkeitsperformance kommt beim Verbraucher durch anerkannte Auszeichnungen, wie z.B. dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis an, negative Schlagzeilen durch alle möglichen Kanäle.  Die teuer erstellten Nachhaltigkeitsberichte auf den Unternehmensseiten klickt jedoch kaum einer mehr an.

 Antonia Unger ist gerade dabei zu diesem Thema eine interessante Studie zum Thema Glaubwürdigkeit von CSR-Kommunikation durchzuführen. Dabei geht es vor allem um das WIE.

Wie muss Corporate Social Responsibilty – Kommunikation gestaltet sein um beim Empfänger glaubwürdig zu wirken? Die Studie konzentriert sich dabei auf die Untersuchung von Kontext und Inhalt:

·         Wo sollen CSR-Berichte veröffentlicht werden?
·         Wirken Sie auf unabhängigen Webseiten glaubwürdiger?
·         Welche Themen werden inhaltlich im Bericht verarbeitet?
·         Wie transparent und selbstkritisch ist der Bericht?

Zu viel über die einzelnen unabhängigen Variablen kann ich an dieser Stelle jetzt nicht verraten. Die Studie befindet sich noch im Stadium der Datenbeschaffung. Daher unsere Bitte an Euch, seid der Autorin bei der Datenbeschaffung behilflich.

Macht bei dieser Umfrage mit, der Test nimmt nicht mehr als 10 Minuten in Anspruch:.

www.q-set.de/q-set.php

Ihr bekommt nach dem Zufallsprinzip einen von sechs kurzen Texten vorgelegt und anschließend Fragen zu seiner bei Euch geweckten, oder auch nicht, Glaubwürdigkeit  gestellt.

Wir warten gespannt auf das Ergebnis der Studie und werden natürlich darüber berichten.

Why CSR? - Reine Imagepfelge oder wahrhaftige unternehmerische Verantwortung? Diskutieren Sie mit uns!


Auf dem Event „Zukunft 26000“ in der Schweisfurth-Stiftung München dreht sich mal wieder alles um die Modewörter CSR und Nachhaltigkeit. Doch handelt es sich dabei lediglich um unternehmerisches Phrasendreschen und sinnentleerte Imagepfelge? Wie ist es insbesondere um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen bestellt?
Maurice Stanszus von WeGreen möchte dieser Frage nachgehen und mit Ihnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft über den (Un)sinn solcher Begriffe diskutieren.
Kommen Sie dazu am Donnerstag, den 12. Juli 2012, zur Veranstaltung „Zukunft 26000 - Nachhaltigkeit und CSR – Ethik oder Image?“

Die Veranstaltung findet in der Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, in 80638 München statt.
Als Podiumsgäste mit an der Diskussion beteiligen sich Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald (Vorstand Schweisfurth-Stiftung), Mark Weiland (WEILANDFILM), Moritz Delbrück (concern GmbH), Prof. Dr. Karlheinz Zwerenz (Hochschule München), Dr. Reinhold Reck (Zukunft 26000 GmbH) und Maurice Stanszus (WeGreen UG).