Otto Group Trendstudie über Verbrauchervertrauen

Wie entsteht Verbrauchervertrauen und wem können Verbraucher vertrauen?

Diese und weitere Fragen standen im Zentrum der diesjährigen Otto Group Trendstudie mit dem Titel „Verbrauchervertrauen – Auf dem Weg zu einer neuen Wertekultur“. Die mittlerweile Dritte von der Otto Group herausgegebene Studie zum ethischen Konsum integriert dabei auch die Expertise und den Wissenstand von WeGreen.



WeGreen-Geschäftsführer Maurice Stanszus wurde als Experte intensiv zum Themenkomplex befragt und nahm an einem der organisierten Expertenworkshops teil, die die Grundlage für die Studienergebnisse darstellen. Sein in der Trendstudie wiedergegebenes Statement beleuchtet dabei auch die Hauptproblematik auf der die Idee von WeGreen basiert: „Ein fehlendes Orientierungsraster führt zu etwas schlimmerem als Vertrauensverlust, nämlich zu Gleichgültigkeit“.

Mehr Informationen und die gesamte Trendstudie als Download findet Ihr hier.

Ein staatliches Nachhaltigkeitssiegel? Der Bundestag diskutiert

Ein staatliches Nachhaltigkeitssiegel? Die Nachhaltigkeitsampel dient als Inspiration für den Bundestag

Am 21. Oktober wurde im Paul-Löbe-Haus des Bundestags auf Einladung von Nicole Maisch (MdB), der verbraucherpolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, eine intensive Diskussion über die Voraussetzungen und Möglichkeiten für die Einführung eines staatlichen Nachhaltigkeitssiegels geführt. WeGreen wurde dort unter anderen Projekten vorgestellt. Schließlich ist das eine Debatte an der wir ein gesteigertes Interesse haben. Neben acht weiteren Referenten aus verschiedenen Bereichen (Unternehmen, Verbände, Wissenschaft) hielt auch WeGreen-Geschäftsführer Maurice Stanszus einen Vortrag über das Konzept der Nachhaltigkeitsampel.



Nachhaltigkeitssiegel - Maurice Stanszus stellt die Nachhaltigkeitsampel im Bundestag vor from Maurice Stanszus on Vimeo.

„Bewusste und nachhaltige Kaufentscheidungen können nur durch Aufklärung und Transparenz erreicht werden. Wer nachhaltigen Produkten den Vorrang geben möchte, muss sie auch einfach und schnell erkennbar machen. […] Verbraucherinnen und Verbraucher sind wesentliche Akteure und Verbündete beim Umsteuern unserer Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit. […] Bei der Wahl nachhaltiger Produkte sind neben ökologischen Aspekten soziale Kriterien wie die Einhaltung von Menschenrechten, der Respekt vor Arbeitsrechten und fairer Handel entscheidend“ (Fraktionsbeschluss von Bündnis 90/Die Grünen zum Deutschen Verbrauchertag am 25. Mai 2011). Aufbauend auf diesen Fraktionsbeschluss wurde die Veranstaltung als Diskussionsinput unter Beteiligung verschiedener Stakeholder-Gruppen durchgeführt, um Möglichkeiten für ein staatliches Nachhaltigkeitssiegel in Deutschland auszuloten.
  
Während wir der inhaltlichen Stoßrichtung dieser Initiative voll und ganz zustimmen, bestehen doch Zweifel bezüglich der Umsetzbarkeit und der realistischen Implementierung in absehbarer Zeit. Wir sind der Meinung, dass schnelle und einfache Nachhaltigkeitsinformationen über Produkte und Unternehmen auch heute schon für Konsumenten verfügbar sein sollten. Aus diesem Grund stellten wir das Konzept der WeGreen-Nachhaltigkeitsampel vor, um aufzuzeigen wie radikale Transparenz mit Hilfe von Social Media bereits heute möglich ist.

Die teilweise kontrovers geführten Diskussionen über ein staatliches Nachhaltigkeitssiegel haben wir mit großem Interesse verfolgt und werden dies auch weiterhin tun. Auch auf diesem Fachgespräch hatten wir mal wieder die Möglichkeit ein kritisch positives Feedback des Plenums und Podiums zu erhalten. Insofern war die Veranstaltung aus unserer Sicht ein voller Erfolg.

Hier die Liste der Podiumsdiskutanten:
-    Dr. Ulrike Eberle (corsus – corporate sustainability)
-    Steffen Reese (Naturland – Verband für ökologischen Landbau)
-    Roland Streicher (forum anders reisen e.V./ReNatour)
-    Dr. Jennifer Teufel (Öko-Institut e.V.)
-    Stephan Krug (Viabono)
-    Prof. Dr. Matthias Finkbeiner (Technisches Universität Berlin)
-    Maurice Stanszus (WeGreen)
-    Prof. Dr. Lucia Reisch (Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Verbraucher- und Ernährungspolitik des BmELV, Copenhagen Business School)
-    Ria Müller (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung)

Die Moderation leiteten Nicole Maisch (MdB) und Markus Tressel (MdB).

Rank it, compare it, buy it or leave it – Wie rank a brand die (Marken-)Welt verändert

Der kritische Konsument

Der Mensch ist durch Werbung beeinflussbar? Gutgläubige Menschen vielleicht, aber man selbst doch nicht. Was sich kaum jemand zugesteht, birgt doch ein Stück Wahrheit in sich. Bei einer Konsumentscheidung schenkt man Marken und Produkten instinktiv Vertrauen.

Trotz dieses Vertrauensvorschusses, der oftmals insbesondere aufgrund eines ansprechenden Designs, guten Preises oder der Bekanntheit durch Web, Funk und Fernsehen besteht, bleiben bei vielen Verbrauchern in einer Mehrzahl von Konsumentscheidungen Restzweifel. Ist ein derartiger Vertrauensvorschuss eigentlich gerechtfertigt? Wie werden die Schuhe, die Hose, das Auto, das Bier oder die Pizza denn wirklich hergestellt? Gibt es dabei nur Gewinner oder werden im Laufe des Produktionsprozesses Mensch und Umwelt geschädigt?


Die Idee „Rank a Brand“

Diesen Fragen stellten sich auch die Niederländischen Gründer von rank a brand, fanden während täglicher Kaufentscheidungen jedoch nur selten befriedigende Antworten. Die logische Konsequenz: Eine Plattform muss her, die es Konsumenten ermöglicht, informierter und bewusster einzukaufen. Da es diese jedoch noch nicht gab, wurde rank a brand gegründet. Auf einfache Art und Weise wurde daher im Jahr 2009 eine Online Research-Community aufgebaut, die nach dem Prinzip des Crowdsourcings CSR- und Nachhaltigkeitsberichte von Markenherstellern analysiert und bewertet.

Seit nun mehr fast zwei Jahren ist Rank a Brand online und erfreut sich seitdem zunehmender Beliebtheit, wächst stetig und hat seit diesem Jahr mit dem Aufbau des Rank a Brand e.V. den ersten Schritt in das internationale Umfeld gewagt.

So funktioniert's

Das Prinzip von rank a brand ist leicht verständlich und funktioniert wie folgt: Marken erklären auf ihren Websites, wie fair und umweltfreundlich sie sind. Rank a brand setzt nun genau hierbei an, indem geschulte Volunteers diese CSR-Informationen analysieren. Die Untersuchungsergebnisse werden anschließend auf rankabrand.de als Ranking veröffentlicht und folglich steigen für Verbraucher die Informations- und Vergleichsmöglichkeiten mit der Option, die bestgerankten Marken zu kaufen. Dieser Imageeinfluss von rank a brand wird für Unternehmen dann messbar, wenn die Umsätze steigen bzw. sinken. Markenhersteller können reagieren, indem sie fairer und umweltbewusster produzieren, sowie transparent und glaubwürdig darüber informieren.

Bei rank a brand werden Aussagen zu den Themengebieten Klimapolitik, Umweltschutz sowie Arbeitsbedingungen und Menschenrechte gesammelt, wobei die Bewertung auf einer kurzen Liste von robusten Kriterien beruht, die sich an fortschrittlichen Standards einer Branche orientieren.  

Rank a Brand bei WeGreen

Wie beeinflusst das rank a brand-Ergebnis nun die WeGreen-Nachhaltigkeitsampel? Dazu wird ermittelt, wie viel Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl ein Hersteller erreicht hat. Ab 60 % erhält ein Unternehmen dementsprechend grün, ab 30 % gelb und ansonsten rot. Auf lange Sicht will rank a brand damit die (Marken-)Welt verändern und passt somit als Quellengeber hervorragend zu WeGreen.

Direkt zu den Rankings und weiteren Informationen über rank a brand geht es hier. Genauere Informationen über die Quellen von WeGreen findet man hier.

In unregelmäßigen Abständen, werden wir Euch unsere Quellen vorstellen, zeigen wie sie arbeiten und welchen Beitrag sie zu WeGreen leisten. Folge 1: rank a brand.

RepRisk® - Reputational Risk Radar bei WeGreen integriert

Seit dieser Woche ist der RepRisk® Reputational Risk Radar bei WeGreen integriert. RepRisk überprüft täglich tausende unabhängige Quellen in 13 Sprachen auf Berichte, in denen Unternehmen zu Umwelt-, Menschenrechts-, Arbeitsrechts- und Corporate Governance-Themen kritisiert werden. Typische Vorwürfe umfassen: Umweltverschmutzung, Greenwashing, Missachtung von Menschenrechten, Zwangsumsiedlung, Zwangs- und Kinderarbeit, Korruption, Betrug, kontroverse Produkte und andere Rechtsverstöße. 



Die Kritik wird zusammengefasst, analysiert und bewertet. Der RepRisk Index (RRI) ist eine Quantifizierung der Risiken und erlaubt es, kontroverse Firmen zu identifizieren. Der RRI spiegelt nicht die tatsächliche Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen wider, sondern deckt lediglich die negative Kritik ab. Der RRI ist somit ein Risikomass und keine Nachhaltigkeitsbewertung. 

Der Peak RRI ist ein Mass für die Umwelt- und Sozialrisiken eines Unternehmens und lässt sich wie folgt interpretieren: 0 – 24 = geringes Risiko (grün) z.B. für Weleda, 25 – 49 = mittleres Risiko (gelb) z.B. Unilever, 50 – 74 = hohes Risiko (rot) z.B. Nestlé, 75 – 100 = sehr hohes Risiko (rot) z.B. Tokyo Electric Power (TEPCO). Das Online-Tool RepRisk wird hauptsächlich von Banken, Fondsmanagern und Pensionsfonds verwendet. Diese Quelle gilt bei uns als „hart“, sofern mindestens fünf Medienberichte vorliegen und der Peak RRI höher als 24 ist. Damit fließt die Quelle dreifach in die Nachhaltigkeitsampel ein, ansonsten zweifach. Genaueres zur Methodik der Nachhaltigkeitsampel findet ihr auf unserer Methodik-Seite

Mit RepRisk haben wir deben den klassischen Nachhaltigkeitsbewertung jetzt ein noch umfassendere Bewertung über die Reputation von vielen tausend Unternehmen. Wir freuen uns auf die Parnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen und sind auf euer Feedback zu dieser Quelle gespannt. Falls euch noch weitere Quellen einfallen, die wir integrieren könnten/sollten, dann sagt uns einfach bescheid.

Nachhaltigkeitsampellottoziehung auf dem 2bAhead Zukunftskongress

Gestern am 14.6.2011 startete der 10. 2bAHEAD Zukunftskongress auf Schloss Destedt. Dort diskutierten 200 Manager und Visionäre über die Ökonomie der Unsicherheit. Im letzten Jahr haben wir dort den Future Award gewonnen für den besten Elevator Pitch. Dieses Jahr haben wir uns eine spannende Aktion für das Eröffnungspanel überlegt die promt die Unsicherheit aller teilnehmenden Unternehmen weckte. Wir sind vorab die Teilnehmerliste durchgegangen und haben alle Unternehmen herausgesucht, für die es eine Nachhaltigkeitsampel gibt. Und diesmal waren es keine digitalen sondern reale kleine Ampelbällchen. 

Copyright: www.AndreasLander.de

Copyright: www.AndreasLander.de

Nachdem Christoph Keese (Konzerngeschäftsführer Axel Springer) und Anke Domscheit-Berg (Vorstand opengov.me) bereits über die starken Veränderungen im Zeitalter der Transparenz gesprochen haben, hat Sven Gabor Janszky (Leiter des 2bAhead Think Tanks) 3 aus 49 Ampeln gezogen. Die Deutsche Bahn konnte sich über eine grüne Ampel freuen. Zufälligerweise wurde die gelbe Ampel von Axel Springer gezogen (Foto) und zum Schluss die rote von Mars Inc. (Snickers, Whiskas, Uncle Bens). Zusätzlich wurden die Unternehmen mit der Anzahl der Ampeleinblendungen konfrontiert, was alleine bei Mars über 22Tsd in den letzten Woche sind. Thanh-The Vu von Mars räumte ein, dass ein Kontrollverlust der Unternehmen und ein Machtzuwachs der Konsumenten zu spüren ist. 



Also teilt, bewertet, twittert und verteilt die digitalen Nachhaltigkeitsampeln bei euren Freunden damit wir die Unternehmen nachhaltiger machen.

WeGreen and Social Media

NachhaltigkeitsBewertungen und NachhaltigkeitsKommunikation, wie passt das zusammen? Celine Lettau ist in ihrer Masterarbeit dieser Frage nachgegangen. Der Titel der wissenschaftlichen Arbeit lautet: „Marketing Communication in the Context of CSR, Strategies and Instruments exemplified in the Service of WeGreen“.

Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, haben häufig das Problem ihre Aktivitäten nicht mit den klassischen Instrumenten der Kommunikation vermitteln zu können. Den sensiblen und komplexen Themen Nachhaltigkeit und CSR stehen schlechte Vertrauenswerte von Unternehmen und Werbung gegenüber. Eine Lösung bietet hierbei die Verknüpfung der Kommunikation über Nachhaltigkeit mit einer unabhängigen und glaubwürdigen Bewertung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Die Nachhaltigkeitsampel von WeGreen ist ein Transparenzmedium, welches als primäres Ziel hat, glaubwürdige, seriöse und ganzheitliche Bewertungen über die ökologischen und sozialen Aktivitäten zu bündeln. WeGreen ist damit so glaubwürdig wie die Institutionen die diese Nachhaltigkeitsbewertungen durchführen (z.B. Rank a Brand, Greenpeace, die Verbraucher Initiative oder das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)).

Seit kurzem ist es für Unternehmen möglich – unabhängig von den Bewertungen – zusätzliche Nachhaltigkeitsinformationen mit WeGreen zu verknüpfen. Der Handelkonzern tegut und der Getränkehersteller Coca-Cola haben beispielsweise ein so genanntes „Nachhaltigkeitsprofil“ an die Nachhaltigkeitsampel ran gehängt. Frau Lettau hat am Beispiel Coca-Cola untersucht wie dieses Kommunikationsinstrument funktioniert, welche Vor- und Nachteile es hat und vor allem welches Potential darin liegt. Im Kern geht es darum, dass Unternehmen etwas von ihrer Kontrolle abgeben, dafür aber Glaubwürdigkeit gewinnen. Transparenzmedien wie WeGreen verbreiten sich ohnehin durch innovative Kanäle wie barcoo oder LOHAS.de und dienen zahlreichen Konsumenten als Kaufentscheidungshilfe. Durch ein Nachhaltigkeitsprofil bei WeGreen können die Unternehmen jedoch noch ihre eigene Sicht, Projekte und Nachhaltigkeitsstrategie vorstellen.

WeGreen wurde vom Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat WeGreen für das Konzept der Nachhaltigkeitsampel mit dem Label "Werkstatt N" ausgezeichnet. Damit würdigt das von der Bundesregierung berufene Gremium das junge Projekt welches bereits letztes Jahr im Rahmen von Mission Sustainability auf der Jahreskonferenz vorgestellt wurde.
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  • Das Qualitätslabel "Werkstatt N" des RNE zeichnet Projekte aus, die nachhaltiges Handeln im Umgang mit der Umwelt, in der Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens oder des Wirtschaftens unterstützen. In der Pilotphase der "Werkstatt N" wurden 45 Projekte und Projektentwürfe mit dem Qualitätslabel ausgezeichnet. Auf der Homepage von "Werkstatt N" können Sie sich über das Konzept der Nachhaltigkeitsampel informieren und weitere spannende Projekte zum Thema entdecken. Weitere Infos gibt es hier.
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